zur Frontseite
St. Gallen
27.6.98

Auftritt

Die Foo Fighters

Meredith Brooks

Pulp

Freundeskreis

Beastie Boys

Nirvana revisited

Lange ist es her, als zu Beginn der Neunziger ein neuer Stil die Musikszene heimsuchte, der eigentlich gar keiner war. Ausgehen von Seattle feierte der Grunge seinen Einzug als neue Jugendbewegung. Bands wie Soundgarden, Screaming Trees, Pearl Jam erfreuten die Zuhörerschaft mit ihrem punkigen Rock. In dieser Zeit ging in St. Gallen das Gerücht herum, dass die alles überstrahlenden Nirvana an das Open Air hätten kommen sollen, doch der Erfolg war schneller und so wurde das Trio aus Seattle für die Veranstalter unerschwinglich. In den folgenden Jahren sanken die Chancen, diese Band in der Schweiz sehen zu können auf Null, nicht zuletzt durch den Selbstmord ihres Sängers Kurt Cobain.

Dieses Jahr nun hatte man die Möglichkeit, wenigstens einen Exponenten von Nirvana, von welcher man sagen kann, dass sie zu den einflussreichsten Bands der Neunziger zählen kann, am Open Air live zu sehen. Bei diesem Exponenten handelt es sich um Dave Grohl, seines Amtes Drummer bei Nirvana und nach deren "Selbstmord" Bandleader und Gründer der Foo Fighters und genau mit diesen beschallte er das Sittertobel.

Foo Fighters, welche mittlerweile zwei sehr beachtete Alben auf den Markt gebracht haben, besitzen unterdessen einen recht veritablen Ruf aus US-Indie Band. Man durfte also gespannt sein. Am Samstag Abend war es dann soweit. Dave Grohl und seine zwei Mitstreiter (siehe da, auch ein Trio) kamen und rockten los. Zwar war Grohl bei Nirvana der Drummer, doch bei den Foo Fighters, deren Kopf er auch ist, hat er die Gitarren und Vocals-Position inne.

Der Sound der Foo Fighters ist guter alter Grunge, also dreckig, rockig mit einer satten Portion Punk und der typischen Rhythmussection. Die Songs waren allesamt Kracher, energiegeladen, relativ kurz und schnell. Dennoch wurde man den Eindruck nicht los, dass die Foo Fighters mehr vom Nimbus "Nirvananachfolgeband" profitierten, als von den eigenen musikalischen Qualitäten. Zwar kann Grohl nicht vorgeworfen werden, dass er nun total andere Musik machen muss, als zu Zeiten von Nirvana, dennoch muss man aber festhalten, dass unter den Songs keiner so richtig herausragend war und einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnte.

Recht bald klang jeder Song etwa ähnlich, so dass es keine Rolle gespielt hätte, ob sie nun eine Pause zwischen den Liedern gemacht hätten oder nicht. Zum Schluss kann festgehalten werden, dass es sich bei den Foo Fighters um just another Grunge Band handelt, welche den zum Sinken verurteilten Musikstil auch nicht über Wasser halten kann.



Vitsky (EMail) für Biwidus aus dem Sittertobel.