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St. Gallen
26.6.98

Auftritt

Die Foo Fighters

Meredith Brooks

Pulp

Freundeskreis

Beastie Boys

Die Beastie Boys sind erwachsen geworden

Die bösen Boys aus New York haben sein vielen Jahren wieder einmal die Schweiz beehrt. Nicht aus irgendwelchen heren Gründen, sondern viel mehr dadurch, dass in einigen Tagen ihr neues heissersehntes Album Hello Nasty herauskommen wird. Grund genug also wieder einmal einige Konzerte in der alten Welt zu geben.

Am Freitag kamen die drei Beasties dann auch erwartungsgemäss schräg in orangen Overalls auf die Bühne. Nicht nur sie hatten aber dieses Outfit, sondern alle Musiker. Dieses Outfit ist aber keine Neuigkeit, sondern eine konsequente Weiterführung dessen, was sie auch während der Free Tibet Benefizveranstaltungen in den USA tragen. Kaum auf der Bühne knallten sie auch ein paar prägnante Punksongs hin, die dem Moshpit in der Mitte einen ziemlich hochgesteckten Tarif durchgaben.

Doch dass Punk nicht alles ist, wissen auch die Herren Mike D., Adam Yauch und Adam Horowitz. Deswegen kam auch dem Punk der Sonnenschein in Form der altbekannten Raps, mit welche die Beastie Boys berühmt geworden sind. Wer nun aber denk, dass nach denen wieder Punk angesagt war, der ist falsch gewickelt. Die New Yorker hatten nämlich noch einen Block aus Easy Listening Funk Songs dabei, welche primär dazu dienten, dass sie sich während des Konzertes eine Pause gönnen konnten.

Diese Mischung aus drei ziemlich verschiedenen Musikstilen kam bei den Zuschauern sehr gut an, was die Aktivität im Mosh Pit eindrücklich bewies. Diese Mischung wurde dann mit neuen Songs des unveröffentlichten Albums Hello Nasty verfeinert. Der erste Eindruck ist überzeugend. Weniger Punk, mehr Funk. Man kann also gespannt sein.

In einer ersten Analyse zeigen sich meine "Kollegen" von der Musikkritik wenig begeistert von diesem Auftritt. Die Beastie Boys hätten zu abgeklärt und brav gewirkt, hätten sie doch noch in früheren Jahren Basketball auf der Bühne gespielt. Dazu kann ich nur sagen: ABER HALLO! Da wird nun tatsächlich jemand erwachsen und die Damen und Herren von der Musikkritik sehen das als einen Fehler an. Während die Beastie Boys vor Jahren ihre Pubertät öffentlich mit allen negativen Erscheinungen durchlebt haben, waren sie als kindisch und primitiv abgetan worden und jetzt auf einmal als abgeklärt? Da stimmt doch was nicht, sie haben viel mehr einen Reifungsprozess hinter sich, eine Aussage, welche sicherlich auch ihr neues Album unterstützen wird.



Vitsky (EMail) für Biwidus aus dem Sittertobel.