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Satire in Hochform: Tresenlesen
Geil. Gei-el! Jeder, der an diesem sumpfig-miefigen Nachmittag vor der kleineren
Heubühne Stellung bezogen hatte, kam auf seine und ihre Rechnung. Tresenlesen waren
angekündigt. Für die, die sich unter diesem Namen nichts vorstellen können, sei
folgendes gesagt. Tresenlesen sind zwei Deutsche - wohl aus der Gegend des Ruhrpotts -
die sich nach dem Motto "doppelt verscheissert hält besser" über so alles lustig
gemacht haben, was es so gibt. Sie rissen einen Witz nach dem anderen, bewehrt nur mit
einem Rucksack und einem Riesenhaufen Gags. Vor allem aber beherrschten sie die
Sprache wie Martina ihren Tennisschläger.
Der Themen gibt es ja viele, über die man sich lustig machen kann. Tresenlesen haben
sie alle durch den Kakao gezogen, der Reihe nach und mit verschiedensten Soundeffekten
garniert. Ein Spruch gab sich dem anderen, das Publikum wurde mit einem ganzen
Feuerwerk an Gags bombardiert. Dabei spielten sie sogar mit dem Publikum, aber der
Vergleich mit Frank Baumanns Ventil endet mit 5:0 für Deutschland. Der Dicke mit
dem versuchten Fairy ultra-Angriff auf sein Fett (um den Bauch) und der Lange mit dem
Bart waren eine Erfreuung der erfrischend anderen Art.
Besonders gut kamen die Witze an, die den bürgerlich-korpulenten Familienvater mit wenig
Geduld und viel Durst verarschten. Dabei erwiesen sich die Leute aus dem Publikum als
emanzipatorisch sehr aufgeklärt, was die Künstler auf der Bühne wiederum als Angriff gegen die Republik
werteten. Also, wer irgendwo auf der Strasse ein Duo stehen und quatschen sieht, wovon
einer dick und der andere lang ist, hört mal zu, denn sie sind wirklich göttlich witzig,
die Kerle von Tresenlesen.
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