Phön
Hauptsache, die Telecom wird privatisiert. Dieser Wahlspruch war in
letzter Zeit gross in Mode. (Oder auch nicht?). Naja,
jedenfalls erhielt ich zusammen mit meiner Rechnung ein Flyer der Telecom
(das ist die grosse Firma am anderen Ende des Kabels) das Telefonieren
werde billiger.
Nun schaut man geschenkten Gäulen nicht ins Maul (eigentlich habe ich
noch nie einem Gaul ins Maul geschaut). Aber da die Sache nur verbilligt
und nicht geschenkt ist, erlaube ich mir doch einige Gedanken.
Das Telefonieren wird also ab 1. August durchschnittlich um 20%
günstiger*. Stern bedeutet, Mobiltelefone ausgenommen. Es wird eine andere
Tarifstruktur eingeführt, in der es nur noch 2 statt 4 Tarifzonen gibt,
nämlich Nah- und Fernbereich. Dafür gibt es jetzt Normal-, Nieder- und neu
Nachttarif. Dieser Nachttarif beginnt um 11 Uhr Abends und hat den
Vorteil, das er wirklich enorm billig ist. In Zukunft wird also eine
zweite Surferwelle ab 23 Uhr einsetzten.
Der Nahbereich ist etwa viermal billiger als der Fernbereich. Die Frage
ist, was liegt denn nun alles im Nachbereich. Alles, was innerhalb von 10
km liegt, erklärt mir der Flyer. Das stimmte aber früher schon nicht so
recht. Daher fragte ich bei der angegeben Gratistelefonnummer nach, ob man
mir sagen könne, welche Nummern denn nun innerhalb des Nahbereichs liegen.
Konnte man mir am Telefon leider nicht sagen, aber man versprach mir, ein
ausgedruckte Liste zuzusenden. Interessanterweise musste ich dazu meine
Adresse angeben. Wissen die bei der Telecom denn nicht, wo ihr Anschluss
angebracht ist?
Jedenfalls erhielt ich am nächsten Tag schon die Liste von Vorwahlnummern,
die noch in meinem Nahbereich liegen. Und jetzt das erstaunliche: Obwohl
der Nahbereich gleich definiert ist, wie früher der Ortstarif, liegen mehr
Nummer darin. Und zwar viel mehr! Da kommt tatsächlich Freude auf, werde
ich doch in Zukunft zum Nahbereichstarif surfen können!
Am Schluss stellt sich mir aber doch die Frage, warum die Gebühren
Jahrelang gestiegen sind, und jetzt plötzlich werden die Tarife gesenkt.
Ja ich weiss, der Konkurenzdruck. Aber die Sache ist doch die: Entweder
zahlte ich früher zu viel oder jetzt zu wenig. Und beide Alternativen
wollen mir irgendwie nicht gefallen.
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