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29.5.1997

Bands

United Refugees

Ein Zürcher aus Sizilien

Ein Zürcher aus Zaire

Vera Kaa

Open Air SG: Subzonic

Tic Tac Toe

Code Five - CH-Boygroup

Midnight Oil

Quratierfest an der Langstrasse

Vorschau: _Crank

Vorschau: s _Pfanneschtiil Chammer Sexdiit

Vorschau: Dodo _Hug

Rödelheim

Vorschau: Max _Lässer

Vorschau: _Magos

Gotthard

Kelly Family

Open Air 1997: Vera Kaa

O.K. Vielleicht war ich nicht der richtige Mann für diesen Bericht. Die 37-jährige Luzernerin Vera Kaa macht keine Musik für Männer, das sind Songs für Frauen. Und zwar explizit. Immerhin heisst der Untertitel zu ihrer neuen CD "In-Team": Die Kunst eine Frau zu sein. Die Dinosaurierin aus der guten alten Zeit des NDW-Rocks ist viel ruhiger geworden. Sie singt über Themen wie Orangenhaut ("Cellulitis-Blues"), 24-Stunden-Dienst am Kind ("24 Schtond"), Sehnsucht nach Singlesein ("Single") usw. Die Themen sind persönlicher und durch und durch feminin, ohne aber zu übertreiben. Das singt sie in den verschiedenen Titeln, besonders aber dem Hauptsong "I'm just a woman".

Trotzdem war das Album für mich am Anfang langweilig. Die Musik plätschert vor sich hin, die Texte sprechen mich nicht an, und die Songs sind nach 16 Jahren Bühnenpräsenz das Ende (vorläufige...) einer Stilpalette von "wilden Protestsongs, Brecht-Liedern, fröhlichen Chansons, schwermütigen Balladen und Blues", wie im Communique der Plattenfirma steht. Leider kann ich das nicht bestätigen, denn das Exemplar, das ich von der ihr bekommen habe, ist irgendwie eine komische Promosache, wo die Songs nur angespielt sind.

Der erste Eindruck ist wie geschrieben ernüchternd, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Warum sollen denn einen die Texte ansprechen? Ich meine, warum nicht einfach akzeptieren, dass das Lieder von einer Frau für Frauen sind. O.K., kein Problem. Wenn Rapper über das Leben im Ghetto polemisieren, hören wir das ja auch. Gut, dort ist die Musik noch ein tragendes Element, was hier eher verhalten im Hintergrund mitschwingt. Insofern ist In-Team für Fans sicher cool. Wortwörtlich.

Vera Kaa tritt am Open Air in St. Gallen auf. Somit ist sie im Gegensatz zu Subzonic eher der Act, wo man hingeht, um sich etwas beseelen zu lassen, wenn man seinen Rausch auskurieren will. Und in St. Gallen braucht es das halt eben. Aber es hat fast vierzig andere Gelegenheiten, Vera Kaa zu hören und zu sehen. Und am Schluss vom Album singt sie eh zwei Songs für die Versöhnung der Geschlechter. Warum also nicht mal etwas Schlager hören?

Surft also jetzt nicht mehr an uns vorbei, wenn ihr News wollt oder besucht die Internetsite des Open Airs.

Biwidus brachte bisher zum Schwerpunktthema St. Galler Open-Air 96 und 97 folgende Artikel:

1996:

Eine Liebeserklärung an das Open Air St. Gallen
Schwerpunkt Open-Air St. Gallen: Magos
Schwerpunkt Open-Air St. Gallen: Max Lässer
Schwerpunkt Open-Air St. Gallen: Dodo Hug
Schwerpunkt Open-Air St. Gallen: s Pfanneschtiil Chammer Sexdiit
Schwerpunkt Open-Air St. Gallen: Crank
Open-Air: was es noch zu sagen gibt
Jubiläums-Open Air in St. Gallen: der Freitag
Jubiläums-Open Air in St. Gallen: der Samstag
Jubiläums-Open Air in St. Gallen: der Sonntag

1997:

Die unerträgliche Leichtigkeit des Open Air St. Gallen (Vorankündigung 1997)
Biwidus live vom Open Air St. Gallen
Open Air 1997: Subzonic



Für Biwidus: Wildcat (EMail) aus Zürich