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Cineville: ein fester Bestandteil des Kulturkalenders
Der Hauptbahnhof ist immer wieder Schauplatz diverser Ausstellungen und sontiger
Events. Ein idealer Ort, denn der Hauptbahnhof ist
täglich eine Schleuse riesiger Menschenmassen. Für Hans Rudolf Jost, dem
Initianten der Cinéville-Kinonächte, war es ein Anliegen, an diesem Platz die
ersten Kinonächte durchzuführen. Hier, wo sich so viele Menschen begegnen und man
ebenso viele erreichen kann.
Diese Idee reifte innert kürzester Zeit zu einem Projekt. Eine Tribüne mit 1100
Sitzplätzen wurde an die Vorderseite des Post- und Dienstgebäudes gebaut und eine
Leinwand von über 300 m2 Projektionsfläche aufgestellt. Genau dort, wo in früheren Jahren
einmal das Kino Rex gestanden hatte. Für Romantiker ein geschichtsträchtiger
und würdiger Ort. An die 3000 Filmfreaks sahen sich in den drei Nächten der
erstmaligen Durchführung Filme wie "Die Hard III" oder "Cinema Paradiso" an. Für
Hans Rudolf Jost und seine Crew, aber auch für die SBB Grund genug, um dieses Event
weiter zu führen.
"Jede Nacht ein Thema", unter diesem Motto wird das diesjährige Festival
angekündigt. Am Donnerstag ist "Killer-Night", am Freitag "Thriller-Night"
und am Samstag "Action-Night" angesagt. Gestartet wird in diesem einmaligen
Ambiente der riesigen Bahnhofshalle mit dem inzwischen zum Kultfilm avancierten
"Pulp Fiction" von Quentin Tarantino, in dem sich die Hollywood-Grössen John
Travolta, Harvey Keitel, Uma Thurman wie auch Bruce Willis und Samuel L. Jackson
die Ehre geben. "Pulp Fiction" wurde 1994 in Cannes mit der Goldenen Palme
ausgezeichnet.
Der zweite Film an dieser Eröffnungsnacht, "Leon - Directors Cut" ist die
Neuversion von "Leon - Der Profi". Der französische Erfolgsregisseur Luc Besson
zeigt eine andere, knisternde und unterschwelige Adaption dieses Erfolgsstreifen.
Zugleich feiert "Leon - Directors Cut" bei Cinéville seine Schweizer Premiere.
Mit Jean Reno, Gary Oldman, Danny Aiello und der Entdeckung Natalie Portman ist
dieser Streifen ebenfalls mit hochkarätigen Schauspielern besetzt.
In der zweiten Cinéville-Nacht, der "Thriller-Night", macht der mit zwei Oscars
ausgezeichnete Film "Midnight Express" den Auftakt. Eine Geschichte um einen
jungen Amerikaner, der wegen Besitzes von zwei Kilo Haschisch in türkischen Gefängnissen
seine Strafe absitzend zum Politikum wird Mit dem Oscar für das beste Drehbuch
gelang Oliver Stone der Durchbruch. Auch der Südtiroler Giorgio Moroder,
der für die beste Filmmusik den anderen Oscar bekam, ist heute in aller Munde.
Die Schweizer Premiere feiert in dieser Nacht "Fargo", ein Werk der Gebrüder
Joel und Ethan Coen. Ein heruntergekommener Autoverkäufer lässt durch zwei kleine
Diebe seine eigene Ehefrau entführen, um damit seinen wohlbetuchten Schwiegervater
zu einem Lösegeld zu erpressen. Dieser zahlt zwar, aber nun scheint in der Kleinstadt
Fargo alles ausser Kontrolle zu geraten. Die bei uns noch nicht so bekannten
William H. Macy, Steve Buscemi und Frances McDormand spielen in diesem, mit viel
dunklem Humor gewürzten Thriller die Hauptrollen.
"Action-Night" oder anders gesagt: Schwarzenegger trifft Van Damme! In der
Abschlussnacht rettet der österreichische Muskelprotz Arnold Schwarzenegger
als kleiner Bauarbeiter im Jahre 2084 den von Menschen kolonialisierten
Planeten Mars vor dem Bösen. In einer kleinen Nebenrolle und als Gegenspielerin
von "Magic Arnold" ist auch Sharon Stone zu sehen. Ein guter und handfest
gemachter Action-Movie aus der Hand des Holländers Paul Verhoeven.
Den Abschluss und zugleich die letzte der drei eidgenössischen Premieren an diesem
Festival macht der belgische Karatestar Jean-Claude Van Damme. Auch für den Flamen
ist es ein Debut. Denn erstmals führt er auch Regie. In "The Quest" findet sich Van
Damme in den New Yorker Slums der Jahrhundertwende wieder. Als findiger Taschendieb
landet er nach einer abenteuerlichen Flucht unvermittelt im fernen Osten. Eigentlich
will er nichts lieber, als nach Hause zurück zu kehren. Bis er in den
prestigeträchtigsten Kampf der Welt ("Ghangheng") eingeführt wird. Mit dabei ist,
nachdem er sich schauspielerisch lange Zeit rar gemacht hat, der Ex-James Bond-
Darsteller Roger Moore.
"Grosser Bahnhof für's Cinema", so meint Initiant Hans Rudolf Jost und trifft, wie man
so schön sagt, den Nagel auf den Kopf. Ab Donnerstag- auf Freitagnacht steht
Cinéville allen Ausgeschlafenen offen.
"Killer-Night" am Donnerstag, 20.Juni 1996:
ab 23.30 Uhr: "Pulp Fiction"
ab 02:30 Uhr: "Léon - Directors Cut"
"Thriller-Night" am Freitag, 21.Juni 1996:
ab 23.30 Uhr: "Midnight Express"
ab 02.30 Uhr: "Fargo"
"Action-Night": am Samstag, 22.Juni 1996:
ab 23.30 Uhr: "Total Recall"
ab 02.30 Uhr: "The Quest"
Vorverkauf "Cinéville" exklusiv in der Haupthalle HB Zürich ab Montag, 17.Juni 1996
täglich zwischen 11.00 und 19.00 Uhr. Der Eintrittspreis pro Nacht beträgt Fr. 35.-
(für zwei Filme und 1 "Red Bull").
Für Biwidus: Der Kommissar aus Cineville